{"id":228,"date":"2025-01-18T10:47:12","date_gmt":"2025-01-18T10:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/phenomania.de\/?p=228"},"modified":"2025-01-18T10:47:12","modified_gmt":"2025-01-18T10:47:12","slug":"ozean","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/phenomania.de\/?p=228","title":{"rendered":"Ozean"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>&#8222;Ich hab&#8216; gedacht, ich hab&#8216; sie abgeh\u00e4ngt<\/em><br \/>\n<em>Aber sie holt mich immer wieder ein<\/em><br \/>\n<em>Sie tut mir bis heute weh<\/em><br \/>\n<em>Und hat mich so oft abgelenkt<\/em><br \/>\n<em>Vielleicht brauch&#8216; ich noch mehr Zeit<\/em><br \/>\n<em>Ich will nicht traurig sein und ich will nicht dr\u00fcber reden<\/em><br \/>\n<em>Ich will der ganzen Schei\u00dfe nicht nochmal begegnen<\/em><br \/>\n<em>Ich will nicht traurig sein und ich will nicht dr\u00fcber reden<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Ich will ein Meer zwischen mir und meiner Vergangenheit<\/em><br \/>\n<em>Ein Meer zwischen mir und allem, was war<\/em><br \/>\n<em>Ich will ein Meer zwischen mir und meiner Vergangenheit<\/em><br \/>\n<em>Ein Meer zwischen mir und allem, was war&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">Manchmal gibt es Songs, die nicht nur Worte und Melodien sind, sondern Erinnerungen tragen\u2026 bitters\u00fc\u00dfe, raue, die sich anf\u00fchlen wie Salz auf offener Haut. F\u00fcr mich ist <a href=\"https:\/\/youtu.be\/nSaZMAFEW2U?si=RamYe4sUAaYQuPF7\">\u201eOzean\u201c von AnnenMayKantereit<\/a> genau so ein Song. Wenn ich ihn h\u00f6re, tauche ich zur\u00fcck in eine Zeit, die mich gepr\u00e4gt hat. Eine Zeit voller Dunkelheit und Zweifel, aber auch voller tiefer Gef\u00fchle, die bis heute nachhallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich denke fast immer bei dem Lied an meine Schulzeit zur\u00fcck und an die damit verbundene Dunkelheit der Depression, die diese Zeit \u00fcberschattete. Besonders die letzten beiden Schuljahre f\u00fchlten sich an wie ein nicht enden wollender, qu\u00e4lender Ritt durch die H\u00f6lle.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Ritt begann bereits in der 8. Klasse. Meine Hautkrankheit hat mich immer mehr isoliert und machte mich zum Au\u00dfenseiter. Zu der Zeit war meine Haut richtig beschissen und das hat mich mental sehr heruntergezogen. Nicht nur, weil ich mich oft wie ein Monster gef\u00fchlt habe, sondern auch, weil ich von anderen ausgegrenzt wurde. F\u00fcr mich war das der Punkt, an dem ich zum Einzelg\u00e4nger wurde und in meine eigene Welt fl\u00fcchtete.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In der 9. Klasse kam dann auch noch Mobbing dazu und ab da war es v\u00f6llig um mich geschehen. Ich war innerlich gebrochen und das bisschen Selbstwertgef\u00fchl, das ich noch hatte, war nicht mehr existent. Schule war f\u00fcr mich ein Ort der Dunkelheit, der Leere. Ich konnte nicht wirklich dar\u00fcber sprechen. Jedes Mal, wenn das Thema aufkam, zog ich mich zur\u00fcck. Meine Eltern haben in dieser Zeit alles versucht, um mir zu helfen. Sie haben sich gro\u00dfe Sorgen gemacht, nicht nur um meine Depression, sondern auch um meine schulischen Leistungen. Aber ich konnte nicht mehr. Ich hatte keine Kraft mehr f\u00fcr die Schule. F\u00fcr mich war jeder Tag ein Kampf, den ich einfach nicht mehr k\u00e4mpfen wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Kurz bevor das vorletzte Schuljahr endete, hatten meine Eltern den Vorschlag, dass ich die Schule f\u00fcr das Abschlussjahr wechseln k\u00f6nnte. F\u00fcr mich war das ein kleiner Hoffnungsschimmer, ein Neuanfang, den ich mir so sehr gew\u00fcnscht hatte. Aber diese Hoffnung wurde schnell zerst\u00f6rt, vom Direktor und meinem Klassenlehrer. Sie wollten nicht, dass ich die Schule wechsel und haben das auch mit allen Mitteln verhindert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Belastet von all den negativen Erlebnissen und Gedanken qu\u00e4lte ich mich durch die 10. Klasse. W\u00e4hrend der Pr\u00fcfungszeit war ich in meiner Depression gefangen wie nie zuvor und meine Eltern waren ratlos. Am Ende glaubten sie nicht einmal mehr an mich und daran, dass ich es schaffen k\u00f6nnte. Ich selbst hatte den Glauben an mich schon lange verloren. Doch ich bestand meine Pr\u00fcfungen. Mit diesem kleinen Triumph begann ich einen Neuanfang, der nicht immer leicht war.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Heute, wenn ich auf diese Zeit zur\u00fcckblicke, sehe ich nicht nur die Dunkelheit, die mich damals umgeben hat. Ich sehe auch, wie sehr ich daran gewachsen bin, wenn auch auf die schmerzhafte Weise, die man sich nie aussuchen w\u00fcrde. Diese Jahre haben mich gepr\u00e4gt, sie haben mich gelehrt, wie stark ich sein kann, auch wenn ich es damals nicht sehen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte mir selbst damals sagen k\u00f6nnen, dass es besser wird. Dass ich eines Tages an einem Punkt stehe, an dem die Wunden heilen und nur noch Narben bleiben. Dass ich irgendwann zur\u00fcckblicken kann, ohne dass es wehtut oder zumindest ohne, dass der Schmerz mich \u00fcberw\u00e4ltigt. Heute wei\u00df ich, dass all das ein Teil von mir ist, ein Kapitel meines Lebens, das nicht ausgel\u00f6scht werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vielleicht ist es genau das, was Ozean f\u00fcr mich bedeutet: der Wunsch nach Abstand, nach einem Raum zwischen mir und der Vergangenheit. Aber dieser Abstand bedeutet nicht, alles zu vergessen. Es bedeutet, loszulassen, ohne zu verdr\u00e4ngen. Die Vergangenheit ist ein Teil von mir, aber sie definiert mich nicht mehr. Und das ist eine Freiheit, die ich mir selbst erk\u00e4mpft habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In dem Sinne<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Stay phenomenal!\u270c\ufe0f<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ich hab&#8216; gedacht, ich hab&#8216; sie abgeh\u00e4ngt Aber sie holt mich immer wieder ein Sie tut mir bis heute weh Und hat mich so oft abgelenkt Vielleicht brauch&#8216; ich noch mehr Zeit Ich will nicht traurig sein und ich will&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/phenomania.de\/?p=228\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,10],"tags":[],"class_list":["post-228","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-emotion","category-story"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/phenomania.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/228","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/phenomania.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/phenomania.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/phenomania.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/phenomania.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=228"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/phenomania.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/228\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":238,"href":"https:\/\/phenomania.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/228\/revisions\/238"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/phenomania.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=228"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/phenomania.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=228"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/phenomania.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=228"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}